Was sind Klangkommandos?
Die Kraft der Stimme als Bindeglied zwischen Trainer, Reiter und Pferd.
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Die Methode
Mit den Klangkommandos erreiche ich einen Teil deines Gehirns, der für alle Bewegungen deines Körpers zuständig ist: das limbische System. Es speichert deine erlernten Bewegungsmuster – und nur dort lassen sich diese nachhaltig verändern.
Ein immer gleich klingendes Kommando umgeht den Umweg über das Nachdenken. Du musst keine Liste mehr abarbeiten – der Klang genügt.
Dort liegen deine Bewegungsmuster. Der Trainer erreicht dich schneller, du setzt Hilfen früher um – nicht erst drei bis vier Sekunden später.
Auch dein Pferd verfügt über ein limbisches System. So entsteht eine immer feinere und harmonischere Abstimmung zwischen euch beiden.
Stell dir zwei Reitschülerinnen vor. Beide bekommen denselben Unterricht, beide reiten dasselbe Pferd, beide hören dieselben Erklärungen. Trotzdem zeigt die eine nach wenigen Monaten eine deutliche Verbesserung, während die andere immer wieder in dieselben Fehler zurückfällt.
Reitschülerin Nummer eins hört „jetzt eine halbe Parade“ und beginnt, im Kopf eine Liste abzuarbeiten: Sitz gerade, Bein anlegen, Hand nicht ziehen, Becken nicht vergessen. Während sie diese Liste durchgeht, ist die passende Stelle im Ritt längst vorbei. Ihr Körper reagiert spät, hektisch, unrund – und das Pferd spürt diese Unsicherheit.
Reitschülerin Nummer zwei hat dieselbe Ansage schon oft gehört, verbunden mit einem festen Klangkommando und vielen ruhigen, erfolgreichen Wiederholungen. Sie muss nicht mehr denken. Der Klang genügt, und ihr Körper reagiert, bevor der Gedanke „jetzt“ fertig gedacht ist. Ihre Bewegung wirkt mühelos, weil sie es inzwischen tatsächlich ist.
Der Unterschied liegt nicht am Talent und nicht am Fleiß. Er liegt daran, wie das Gehirn lernt – und wie sehr das Nervensystem dabei mitspielt.
Die klassische Lehre bringt das Fundament seit über 130 Jahren auf einen Satz:
Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade. Gustav Steinbrecht · Das Gymnasium des Pferdes, 1885
Steinbrecht beschreibt, was zu tun ist. Die Klangkommandos sorgen dafür, dass es im richtigen Moment auch geschieht.
Wir legen für jede Hilfe einen festen Klang fest – immer gleich in Tonhöhe, Länge und Betonung. Dieser Klang wird mit vielen ruhigen, gelungenen Wiederholungen verbunden, bis er als Anker sitzt.
Von da an braucht es keine Erklärung mehr im Moment der Bewegung. Du hörst den Klang und reagierst. Das spart die entscheidenden Sekunden, in denen die Gelegenheit sonst vorbeigeht – und dein Pferd bekommt eine Hilfe, die klar und zum richtigen Zeitpunkt kommt.
Durch gezieltes Training entsteht eine immer feinere und harmonischere Abstimmung zwischen dir und deinem Pferd, weil es ebenfalls über ein limbisches System verfügt und auf dieselbe Weise lernt.
Videos
Zwei Videos, in denen ich erkläre, was Klangkommandos sind und wie sie bei der Hilfengebung wirken.
Die Kraft der Stimme als Bindeglied zwischen Trainer, Reiter und Pferd.
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Klangkommandos zur effektiven Hilfengebung – am Beispiel der Parade erklärt.
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Zum Vertiefen
In „Die Klangkommandos“ erkläre ich die Hintergründe ausführlich: limbisches System, Herz-Hirn-Kohärenz, Neuroplastizität und die Lehre von Egon von Neindorff. Ohne Vorkenntnisse verständlich, mit Bildern und Beispielen aus dem Sattel.
Am Ende kennst du eine konkrete Übung, mit der du deinen ersten eigenen Klangkommando-Anker aufbaust.